Nordschwarzwald Radmarathon 17.8.2008

Fast ein Jahr ist nach meinem ersten Marathon vergangen und auch dieses Jahr wollte ich mir zumindest einen Höhepunkt setzen. Am 17.August war es dann soweit; ich entschied mich am Nordschwarzwald-Marathon in Magstadt teilzunehmen. Leider konnte ich keinen meiner Freunde und Bekannten motivieren mitzufahren. Nach meinen guten Erfahrungen beim SURM hatte ich keine Bedenken eine Gruppe zu finden, bei der ich mich „reinhängen“ konnte.

Es sollte tatsächlich von Wetter her ein sehr schöner Tag werden, nur das Aufstehen um die frühe Uhrzeit war wieder eine Qual. In Magstadt bin ich schnell zur Anmeldung gegangen und hab mir die Startnummer abgeholt. Als alles an mir und am Rad befestigt war, habe ich den Start gesucht. Irgendwie gab es den nicht? Eine Nachfrage bei einem anderen Fahrer ergab: Einfach losfahren, hier gibt es keinen offiziellen Start. Komisch, aber na gut. Nur blöd, dass es dann praktisch kaum „Mitfahrgelegenheiten“ gab. Aus Angst allein losfahren zu müssen, bin ich dann mit einem Radler mitgefahren, der sich für den Ötztaler Radmarathon „warmfahren“ wollte. Bald musste ich jedoch feststellen, dass mir das Tempo deutlich zu hoch war.

Gott sein Dank kam bald eine größere Gruppe von hinten (vermutlich ein Radverein), mit der ich gut mitfahren konnte. Es ging trotzdem ziemlich flott zur Sache, so dass wir in Bad Teinach (der ersten Station) einen Schnitt von über 31 km/h hatten. Dies sollte sich aber noch deutlich ändern, denn jetzt ging es wirklich in die „Berge“. Die nächsten Hügel fuhr ich zunächst in einer kleinen Gruppe mit, die mir eigentlich deutlich zu schnell war – ich musste öfter im roten Bereich fahren. Andererseits hatte ich die Befürchtung, sonst eine ganze Zeit allein unterwegs sein zu müssen, denn jetzt hatten sich die Anzahl der Fahrer auf der Strecke schon sehr ausgedünnt. Vielleicht nahmen einige die kleine Schleife?

Am Aichelberg kam dann die erste richtige Prüfung. Über lange Strecken mit 11-12% Steigung konnte ich der Gruppe nicht mehr folgen und auch ein paar folgende Fahrer musste ich vorbei lassen. Im Ergebnis musste ich nun bis Dobel allein weiterfahren. In Dobel war ich für die Rast dankbar, die Beine etwas auszulockern und die eingeschlafenen Füße wieder aufzuwecken. Es folgte eine lange Abfahrt und ich sah mich schon am ersten Scharfrichter des heutigen Tages, der Kaltenbronner Wand (750hm), hocheilen. Doch vorher gab es noch eine „Abwechslung“. Vermutlich um noch etwas Höhenmeter zu sammeln, ging es einen geteerten Wirtschaftsweg hoch. Dann ein Schild mit „Gefährlicher Abfahrt“ und diese hatte es wirklich in sich. Schlimmstes Kopfsteinpflaster mit „gefühlten“ 20% Gefälle. Wäre es nass gewesen, hätte es hier vermutlich einige Stürze gegeben. Auch so schlugen die „Löcher“ zwischen den weit auseinanderstehenden Kopfsteinen voll durch, und ich hatte Angst, dass die Gabel am Rad bricht. (PS: Im Anschluss gab es eine Mitteilung, dass diese gefährliche Stelle in Zukunft aus dem Marathon genommen werden soll. Eine gute Entscheidung!)

Dann kam Kaltenbronn. Mitten in den steilsten Stücken war hier eine Baustellenampel aufgestellt, da die Straße ausgebessert wurde. Ich fuhr bei Rot ein, brauchte aber bei diesem Anstieg 2 weitere Rot-Phasen bevor ich durch die Baustelle durch war. Auf „Grün“ zu warten wäre also sinnlos gewesen. Oben angekommen gab es die nächste Verpflegung. Beim „Runterfahren“ fiel mir auf, dass mein nagelneuer Tacho nicht mehr funktionierte. Hatte ihn das Kopfsteinpflaster gekillt? Nach einiger Bastelei (und besorgten Nachfragen von anderen Teilnehmern nach einem Defekt) bemerkte ich, dass sich der Tacho nur „schlafen“ gelegt hatte. Die Pause war wohl zu lang- raus und reindrehen des Tachos behob das Problem und weiter ging’s.

Danach kam bald das zweite üble Stück. Nach Simmersfeld geht es noch mal 250hm mit bis zu 11% nach oben. Hier habe ich dann einige völlig erschöpfte Fahrer überholt und konnte mich oben mit jemandem zusammenschließen, mit dem ich zurück nach Bad Teinach fuhr. Dabei erzählte er mir, dass er sich dieses Jahr so über den Veranstalter geärgert hatte, dass er keine Teilnahmegebühr zahlen wollte – er fuhr also sozusagen eine private „Trainingsrunde“. Grund war, dass es diesmal nur eine Trinkflasche und kein Trikot gab. In früheren Tagen sollte man das Trikot gleich mitbekommen haben, so dass er diesmal auch davon ausgegangen war, die Trinkflasche gleich mitnehmen zu können. Deshalb hatte er nur eine mitgebracht, dann aber lernen müssen, dass es die Flasche erst am Ende gab. Nun hatte er also nur 1 Trinkflasche und bekam keinen Nachschub, da er die Gebühr nicht gezahlt hatte. An dieser Stelle im Schwarzwald gab es auch keine Tankstellen, an denen er sich hätte verpflegen können. Ich bot ihm etwas von mir an, er lehnte aber aus Stolz ab. In Bad Teinach konnte er aber dann am Kontrollstand auch Essen und Getränke kaufen.

Nach Bad Teinach ging es für mich wieder allein weiter. Ich holte noch eine Gruppe ein, die die „kleine“ (155km) Runde fuhren und als ich dran war plötzlich Gas gaben. Da es eben war, fuhr ich mit, nur dann festzustellen, dass am nächsten Berg auf einmal alle grinsend aufgaben. Naja, was solls, es gibt schon komische Leute. Also allein weiter bis zur nächsten Kontrolle. Hier war die Kraft schon fast aus, aber das Ziel lag ja schon in greifbarer Nähe. Allerdings ging es immer wieder kleine, aber teilweise steile Anstiege hinauf. Dabei gingen einem Fragen durch den Kopf wie „Muss das jetzt sein?“, „Warum bauen die das jetzt auch noch ein, es reicht doch?“, „Mir reicht es jetzt!“. Kurz vor Magstadt war dann eine Straße gesperrt und man musste eine Umleitung fahren. Dabei ging es von 6% Gefälle auf 6% Steigung nach einer 180Grad Kurve. Ich hatte nicht rechtzeitig geschaltet und jetzt ging nichts mehr. Die Kette sprang runter und ich musste kurz basteln. Die letzten Kilometer ins Ziel kamen mir – allein auf weiter Flur und nur auf offenen Bundesstraßen – recht öde vor.

Im Ziel holte ich mir die Trinkflasche – nur eine kleine Erinnerung – leider gab es keine Urkunde oder Trikot. Viel war am Ziel nicht los, vielleicht war ich zu früh da.

Fazit: Insgesamt ist es eine sehr schöne Strecke und die Organisation ist auch gut. Im Vergleich zu „Großveranstaltungen“ wie Alb Extrem oder SURM ist es aber fast familiär. Wenn ich noch mal teilnehme, dann wohl nur mit einem Mitfahrer, sonst kann es im Schwarzwald auch sehr einsam werden…

Hier noch ein paar Daten:

Höhenprofil: magstadt2008

Meine Ergebnisse: magstadt2008_results

Die Teilnehmerkarte: magstdt2008_liste

Die Trinkflasche:

Trinkflasche für Teilnehmer das Radmarathons

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